Lieschen Müller gärtnert

Lieschen Müller gärtnert und kocht Suppe draus.

Renault

Probefahrt mit einem Elektroauto

11 Kommentare

Schon lange Zeit schleichen wir um ein Elektroauto herum und ziehen es für den baldigen Neukauf in Betracht. Deshalb organisierten wir uns für dieses Wochenende eine Probefahrt mit einem Renault Zoe. Wir bekamen das Auto von Freitag bis Montag früh ausgeliehen und hatten nur die Stromkosten zu tragen. Das nenn ich Kundenservice!

Und los ging die Testfahrt. Es ist ein Vergnügen! Eine kleine Umstellung war für mich das Automatikgetriebe, da ich Gangschaltung fahre, aber nach einer kleinen Testphase in unserem Gewerbegebiet lief alles rund und wir trauten uns Sonnabend auf die weite Landstraße, so ‚weit‘ das Auto einen lässt. Denn die Reichweite von den aktuell angezeigten 198km sollte man immer! im Blick behalten. Spaß macht auf jeden Fall die kurze Beschleunigung aus dem Stand und das im Flüsterton. Apropos Fahrgeräusche. Der Renault Zoe schwebt fast lautlos daher und hat deshalb eine Fußgängerhupe neben der normalen. Macht Sinn. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 135km/h. Reicht mir persönlich.

Unser Testwagen hatte die kleinere 22-kWh-Lithium-Ionen Batterie eingebaut, es gibt jetzt aber auch schon ein Batterie mit 41 kWh, was die Reichweite auf 300-400 km erhöhen soll, abhängig von Fahrstil und Jahreszeit. Nach unserer Probefahrt ging es jedenfalls abends an das Aufladen der Batterie, was einfacher gelang, als gedacht. Wir fanden zwei Ladekabel im Gepäckraum und konnten mit einem unsere normale Steckdose in der Garage anzapfen. Einmal Batterie aufladen kostet uns ca. 6€ ( 22-kWh-Batterie x 0,277€/ kWh Hausstrompreis = 6,1€).  Kann man nicht meckern.

Allerdings dauerte die Aufladung einige Stunden, was in unserem Fall nicht weiter tragisch war, aber auf Reisen schon innerhalb Deutschlands ein Handicap wäre. Bei einer 600km Strecke müsste man mit unserem Fahrzeugmodell mindestens 2x nachladen und einige Stunden pausieren. Und man müsste natürlich erst mal eine unbesetzte Ladestation unterwegs finden.

Von der Ausstattung des Fahrzeugs waren wir angetan, auch über den Multimedia-Touchscreen. Die Rückfahrkamera erleichtert einem so einiges. Der Fahrersitz ist leider nicht höhenverstellbar, das Lenkrad dagegen ist verstellbar.

Das billigste Modell kostet einschließlich der Kaufprämie von 5000,- € immer noch ca. 20.000,-€. Dazu kommt die monatliche Batteriemiete – je nach Fahrleistung zwischen 59€ (bis 7500km) und 119 € ( unbegrenzte Kilometer). Das mindert die Freude über die niedrigen Aufladekosten erheblich. Ein sehr dickes Plus ist natürlich die Schadstofffreiheit. Fazit: Der Renault Zoe kommt in unsere engere Auswahl.

 

 

 

11 Kommentare zu “Probefahrt mit einem Elektroauto

  1. Sehr interessant, den Zoe haben wir uns auch schon angesehen. Allerdings fahre ich so wenig, dass meine Spritkosten weit unter der Batteriemiete liegen. (Ich tanke etwa alle 2-4 Monate) Die meisten Wege lege ich mit dem Rad zurück und Männe hat nen Firmenwagen.
    Zum jährlichen Service bekomme ich immer einen Ersatzwagen und da nehme ich gerne den Twizzy 😁,weil das E-Fahrgefühl schon toll ist. Volle Leistung aus dem Stand und kein Krach.
    Vielleicht wirds für mich mal ein E-Motorrad von Zero Motorcycles, das würde mir gefallen 😎

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  2. Der Renault ist schön. Er gefällt mir von der äußeren Form. Nur so beim ersten Anblick. Ich hatte keine Ahnung, dass man die Batterie mieten muss. Im Jahr wären es an Mehrkosten circa 1448,- € in 5 Jahren = 7140,- €. Da muss es doch noch eine andere Rechnung geben, die das Auto interessanter macht. Es muss auch der Wiederverkaufswert bei dieser Überlegung mit einbezogen werden. Nicht zuletzt die Neuanschaffung und die damit verbundenen mtl. Sparkosten. ( Rücklagen)

    Was mich persönlich stört ist die extreme lange Wartezeit des Aufladens. Bei aller Umweltfreundlichkeit, wenn dies Auto mein einziges wäre, also kein Zweitauto, würde ich mich sehr in meinem Bewegungsradius eingeschränkt und abhängig fühlen.
    Für mich, käme ein solches Auto nur in Frage, wenn ich in der Großstadt lebe, oder in einer Gegend, deren Bevölkerungsdichte auffallend ist. Wie zum Beispiel im Ruhrgebiete, Köln, Hamburg, Berlin, München. Für Reisen, nein.

    Ein Auto muss mir nutzen, für mich wirtschaftlich sein. Praktisch, gute Straßenlage, ausreichende Sitztiefe und, und und…… haben.
    Es kommt auf meine Bedürfnisse, Wünsche und auf Wirtschaftlichkeit an.

    Du siehst, dies ist eine sehr – persönliche – Meinung. Ein Auto ist etwas individuelles. Du machst Dich mit dem Gedanken vertraut, ein umweltfreundliches Auto zu kaufen. Es wird Dich noch heftig beschäftigen. Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft.

    LG. Hilde

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  3. Wie wäre es mit einem Hybrid-Fahrzeug z.B. von Toyota? Da gibt es das kleinere Modell – den Yaris! Der ist auch umweltfreundlich und leise. Er kostet vielleicht etwas mehr als ein reiner Benziner, kommt aber ohne Batteriemiete aus. Und tanken mit E10 geht sicher auch. LG

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  4. E10 – noch mehr Regenwald dn Artenvielfalt im Tank (und heftigen Pestizideinsatz vor Ort, wo das Palmöl angebaut wird) als beim normalen Benzin. E10 ist keine gute Umweltlösung. Leider. Prinzipiell ist der Gedanke nachwachsender Rohstoffe ja ziemlich gut, leider nur nicht in den Mengen, die mensch benötigt.

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  5. Hallo,
    der Bericht über Eure Testfahrt war sehr interessant … .

    Mein Mann und ich hatten das Thema Elektroauto Zuhause auch schon mehrfach. Es wäre für uns aber nur etwas als Zweitwagen „vor Ort“ zum Einkaufen oder um Termine mit den Kindern (Arzt, Hobbys, usw.) wahrnehmen zu können.

    Für meinen Weg zur Arbeit und auch noch für den Urlaub käme derzeit kein einziges Elektroauto in Frage – aber genau so ein Auto bräuchten wir, denn mit vier Personen in den Urlaub fahren kann ich mir mit der Deutschen Bahn leider nicht leisten und an unserem Lieblingsurlaubsort ist´s ohne Auto auch schlecht. Leider ist selbst der neue Opel Ampera e für unsere Zwecke nicht geeignet, weil ich auf dem Weg in den Urlaub (über 500 km) mindestens einmal Strom aufladen müßte und mit zwei kleinen Kindern wäre mir das derzeit einfach zu umständlich. Und zu kleine darf das Auto dann auch nicht sein (Stichwort Gepäck).
    Zur Arbeit und zurück sind´s auch mal eben locker 112 km. Wenn ich da dann den Winter und die leider immer wieder auftretenden Staus auf der A 10 mit einrechne, dann bleibt für diesen Zweck auch kaum noch etwas an brauchbaren Elektroautos übrig (außer eben z.B. der Ampera e). Ca. 200 km Reichweite sind da dann plötzlich gar nix mehr … .
    Und was wäre, wenn mein Elektroauto mit hoher Reichweite für den Weg zur Arbeit mal kaputt ist? Derzeit kann ich dann einfach auf unser zweites Auto zurückgreifen – das ginge dann mit einem 200 km Reichweiten-Elektroauto aus den genannten Gründen ja auch nicht mehr so einfach … . Die Alternative sähe dann eher so aus: Bei der DB AG liegt die reine Fahrzeit bei ca. 1Stunde und 20 Minuten bis 1 Stunde und 45 Minuten. Wenn ich dann noch den Weg von hier Zuhause bis zum Bahnhof mit dem Bus rechne und noch den verbleibenden Fußweg zur Arbeit, dann wären das zwischen 2 1/2 und 3 Stunden mindestens – für 1 Strecke!!! Also 5 – 6 Stunden Wegezeit zur Arbeitsstelle- ohne Verspätungen, Baustellen oder ähnliches mit einzuplanen … . Wenn ich dann an dem Tag noch eine von diesen gehassten 10 Stunden-Schichten hätte, dann Holla die Waldfee … . Wir bräuchten also dann doch eher zwei Autos, die mindestens den Arbeitsweg von mir zuzüglich ausreichendem Puffer für Staus oder die kalte Jahreszeit aufweisen. Aber was wäre dann mit dem Urlaub? Man muß in unserer Situation also genau überlegen, was man macht und wie man es macht – sonst geht der Schuß noch nach hinten los … .

    Im Klartext heißt das bei uns erst einmal: erst einmal weiter den alten Diesel-Stinker für die Arbeit und den Urlaub nutzen (ich weiß selbst, dass das alles andere als umweltfreundlich ist – wir sind uns aber auch noch nicht sicher ob wir noch ein Gas-Auto als Zwischenlösung anschaffen sollen – und wenn ja, welches – oder ob eben ein Hybrid-Modell etwas für uns wäre … die Überlegungen sind da noch nicht abgeschlossen – außerdem verbraucht jedes neu gebaute Auto ja auch schon im Produktionsprozess wieder reichlich Energie und Rohstoffe und CO2 fällt dann auch da schon wieder an) und im Notfall auf den Benziner zurückgreifen – und weiter abwarten und beobachten, was die Autoindustrie in den nächsten Jahren so entwickelt und auf den Markt bringt. Wichtig ist ja auch, wie sich die Versorgung mit Ladestationen und Co. entwickelt … .

    Ach ja … E 10 verweigern wir für unseren Benziner auch – und zwar deshalb, weil ich den Anbau von Palmöl in Malaysien und Co. nicht noch weiter förden will. Dass die Orang Utans dort in ihrem Lebensraum immer weiter zurückgedrängt und auf den Palmölplantagen abgeschossen werden, kann ich nicht gut heißen … . Auch bei den Lebensmitteln und Kosmetika lese ich mir die Inhaltsstoffe durch und suche gezielt Alternativen für palmölhaltige Produkte. Aber 5 Prozent Bioethanol lassen sich ja leider nicht mehr vermeiden … – egal, welchen Treibstoff man tankt. Das ist schon krass – auf der einen Seite will man umweltfreundlicheren Treibstoff und auf der anderen Seite zerstört man Lebensräume von Tieren, die Lunge der Erde (den Regenwald) oder es fallen Anbauflächen für Nahrungsmittel weg … . Das ist doch auch widersinnig.

    Vor einiger Zeit kam ein Bericht im rbb über ein Wasserstoffauto von Hyundai. Das wäre für uns als Familie genau das Richtige, kommt aber noch nicht in Frage, da das Auto derzeit knapp 67.000,- Euro kostet und es in unserer Gegend keine einzige Tankstelle für Wasserstoff gibt. Das Modell heißt Hyundai ix35 Fuel Cell und wäre für uns in sämtlichen Punkten alltags- und familientauglich. Aber eben leider aktuell nicht finanzierbar und ohne Tankstellen vor Ort bringt mir das Auto leider auch nix.

    Was mir an der Wasserstofftechnik so gut gefällt, ist, dass man den Wasserstoff fast wie Benzin oder Diesel tanken kann – es ist nur etwas langsamer, was aber im Gegensatz zum Strom aufladen kaum auffällt. Und die Autos reichen viel weiter. Es gäbe also zu konventionellen Autos kaum merkliche Unterschiede. Bei dem Hyundai ix 35 sind die Sicherheitsstandards bezüglich des Wasserstofftanks, soweit ich es in dem Testbericht mitbekommen habe, auch sehr gut – und auch die Internetseite von Hyundai ist da sehr hilfreich.

    Da das Ganze aber noch in den Kinderschuhen steckt, werden wir noch eine ganze Zeit abwarten müssen … . Schade. Die Idee gefällt mir persönlich jedenfalls viel besser als ein reines Elektroauto … .

    Ups, das war jetzt sehr ausführlich … . Aber vielleicht regt es ja weiter zum Nachdenken an oder ist bei dem einen oder anderen für eine spätere Kaufentscheidung hilfreich, weil der eine oder andere Punkt noch nicht in Betracht gezogen wurde.

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    • Herzlichen Dank für Deine Ausführungen, genau das sind auch für uns die Knackpunkte. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ähnliche Überlegungen wälzen wir auch gerade. Für das Auto, um auf die Arbeit und in den Urlaub zu fahren, ist die Reichweite unbefriedigend und für den Zweitwagen für den Einkauf und kleine Wege ist er noch zu teuer. Wir setzen unsere Hoffnung auf den Neuen von Tesla und ein gezwungenermaßenes Umdenken der Autoindustrie. Bleiben aber auf jeden Fall am Thema dran. Also ruhig immer beim Autohändler nach dem aktuellen Elektroauto der jeweiligen Automarke fragen und Probefahrt anmelden. Oder wie eine liebe Bloggerin zu diesem Thema berichtete, immer einen Elektro-Ersatzwagen nehmen beim jährlichen Service. Beste Grüße!

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