Lieschen Müller gärtnert

Lieschen Müller gärtnert und kocht Suppe draus.

Goldrute

Warum die kanadische Goldrute lieber in Kanada bleiben soll

6 Kommentare

Unser Garten ist vor 2 Jahren in Zusammenhang mit einem Neubau von uns angelegt worden. Wir haben überwiegend heimische Gewächse gepflanzt und haben auch wachsen lassen, was so von selbst wächst, z.B. Feldahorn, Hainbuche, Wildrose. Was mich verwunderte, ist allerdings, dass sich in einer Ecke, heimlich in der 2. Reihe, die kanadische Goldrute angesiedelt hat und sich zunehmend breit macht. Quasi aus dem Nichts. Ganz klassisch, wie im Lehrbuch, oder wie man heute sagen würde, wie bei Google beschrieben. Ein Neophyt auf einer Brache. Stimmt, das war der Garten vor 3 Jahren.

Kanadische Goldrute

2m hohe Kanadische Goldrute im Garten

Ohne dass Lieschen Müller jetzt unter die Wissenschaftler geht und alle Leser verliert, mal kurz erläutert, warum das Ding aus meinem Garten verschwinden muss.

Diese Pflanze stammt aus Nordamerika und ist im 17. Jahrhundert nach Europa gekommen. Dieser Neophyt in Europa bildet durch starke Selbstaussaat ( siehe Samenstände auf dem Foto) und unterirdische Ausläufer Massenbestände und verdrängt heimische Wildarten, v.a. Licht liebende Pflanzenarten. Das Interessante ist lt. Wikipedia, dass sich in der kanadischen Heimat der Goldrute ca. 290 Fraßinsekten von dieser Pflanze ernähren. Bei uns dagegen hat die kanadische Goldrute keine natürlichen Feinde. That’s why.

Bei unserem diesjährigen Verwandtschaftsbesuch in Kanada in der Region Ontario habe ich auf Brachen die kanadische Goldrute stehen sehen und noch gedacht, Kinder, sieht ja hier aus , wie bei uns zu Hause. Aber da ist es eben lecker Futter für Fraßinsekten und gehört zur ursprünglichen Natur.

Im nächsten Artikel berichte ich, warum es wichtig, heimische Arten im Garten wachsen zu lassen. Zur Einstimmung eine Frage an die Leserschaft. Die Auflösung kommt im nächsten Artikel.

Ist das ein Garten in Neuenhagen in Brandenburg oder in Oakville in Kanada? An Pflanzen kann man es manchmal kaum noch ausmachen.

Garten in Neuenhagen oder Oakville

Garten in Neuenhagen oder Oakville

 

 

 

6 Kommentare zu “Warum die kanadische Goldrute lieber in Kanada bleiben soll

  1. Wieder was dazugelernt ! Das habe ich nicht gewußt, daß die schöne Goldrute (ich finde sie nämlich ganz hübsch) hier keine Freßfeinde hat. Das ist natürlich blöd, daß sie heimische Arten verdrängt. Allerdings wage ich zu bezweifeln, daß sich das noch aufhälten läßt. So wie dieser japanische Riesenknöterich, der sich massiv ausbreitet und gegen den viel zu wenig unternommen wird. Oder das indische Springkraut. Manchmal denke ich dann wieder bei unserer verarmenden Natur, daß es schön ist, wenn die ollen Neophyten wenigstens unseren Nektarsammlern Kost und Logis bieten. Aber natürlich finde ich es nicht schön, wenn dadurch hiesige Pflanzen verdrängt werden. Nicht einfach !! – Bei dem Foto tippe ich – wegen der Masten, nicht wegen der Pflanzen – mal auf Kanada 😉 ??? Liebe Sonntagsgrüße, Almuth

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  2. Bevor jetzt alle ihre Goldruten ausreißen, sollte man vorsichtshalber noch erwähnen, dass es auch eine einheimische Goldrutenart gibt (Solidago virgaurea, im Gegensatz zur Solidago canadensis), die schon im Mittelalter als Wundheilmittel sowie gegen Blasen- und Nierenkrankheiten verwendet wurde. Mittlerweile ist zwar die Kanadische Goldrute in der Tat weiter verbreitet als die Gewöhnliche Goldrute, aber trotzdem sollte man eben genau hinschauen, wenn man denn unbedingt die Jagd auf Neophyten eröffnen will. Außerdem gibt es noch die ebenfalls aus Nordamerika stammende Riesen-Goldrute (Solidago gigantea), die offenbar weit weniger Schaden anrichtet als die kanadische Variante.
    Da ich mich für meine Bienen über alles freue, was noch „spät“ blüht, habe ich mich entschieden, die hübschen Goldruten in meinem Garten zu dulden (ohne nun zu wissen, ob es sich um europäische, kanadische oder US-amerikanische Goldruten handelt). Man kann ja die verblüten Köpfe abschneiden, bevor die Samen reif sind, und die Wurzelausläufer eingrenzen.

    Die Farbe des Maschendrahts und die fliegende Verkabelung würde ich jetzt eher in Oakville als in Neuenhagen vermuten. Aber an den Pflanzen könnte ich es in der Tat nicht ausmachen. Blautannen gibt es hier ja auch zuhauf…

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  3. Die Goldrute ist sehr schön als Trockenstrauß, so kann man sie auch dezimieren. Aus den Blüten kann man Limonade machen, die jungen Stängel und Blätter als Gemüse nehmen.
    Esst sie auf 😉

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